Aufruf der Evangelischen Arbeitnehmerschaft ean Baden zum

1. Mai 2008

Die Evangelische Arbeitnehmerschaft im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden e.V. ruft gemeinsam mit dem DGB zur Teilnahme an den Veranstaltungen zum 1. Mai 2008 auf.

Sie unterstützt das Motto des DGB:
„Gute Arbeit muss drin sein!“

Die EKD Studie zur Mitbestimmung von 1968 stellt auch heute noch folgende Positionen zur Diskussion. „Jedes Unternehmen soll das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg mit einer den Menschen gemäßen Gestaltung der Arbeitsverhältnisse verbinden. Es sollte nicht einziges Ziel der Wirtschaft sein, ein höchstes Maß an Gütern zu erzeugen. Die Wirtschaft soll zugleich als ein Lebensbereich gestaltet werden, in dem der Mensch seine ihm von Gott gegebenen Anlagen entfalten kann“ (S. 29).

Folgende Punkte möchte die ean hervorheben und als kirchlichen Beitrag zum diesjährigen Schwerpunktthema des DGB einbringen:

•  Immer mehr Menschen arbeiten in prekären und ungeschützten Arbeitsverhältnissen. Oft reicht hier eine Arbeitsstelle nicht aus, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Deshalb sind Mindestbedingungen für Arbeit und Entlohnung mehr als notwendig. Auch die Zunahme von Leiharbeit sehen wir mit Besorgnis, es besteht die Gefahr, dass Stammbelegschaften ersetzt werden.

•  Viele Familien, Partnerschaften leiden unter der Ausweitung der Arbeitszeiten. Die neuen Ladenöffnungszeiten fördern eine Rund – um – die Uhr – Gesellschaft. Wir brauchen deshalb den Schutz der gemeinsamen Freizeit, der Feiertage und des Wochenendes.

•  Trotz Aufschwung sind immer noch viele Menschen von der Arbeit ausgeschlossen. Ihnen fehlt nicht nur die Anerkennung, sondern auch eine Absicherung im Alter. Die Altersarmut wird zunehmen.

•  Unsere Gesellschaft braucht eine neue Diskussion um Arbeit, Vollbeschäftigung und Einkommen. Menschen brauchen ein Einkommen, das die Teilhabe am Gesellschaftsleben ermöglicht und sie nicht mit Armut bedroht.

•  Die Globalisierung der Wirtschaft in allen Bereichen bedroht immer mehr Menschen in ihrer Existenz. Sie vergrößert die Kluft zwischen Arm und Reich. Unsere Gesellschaft braucht Rahmenbedingungen für eine solidarische Weltwirtschaftsordnung.

Die Politik fordern:

Es ist unausweichlich, dass eine politische Debatte um Managereinkommen und Mindestlöhne in Gang kommt. Es ist notwendig wahrzunehmen wo Not und Ungerechtigkeit herrschen.

Verantwortung der Kirchen:

Dieses Jahr schenkt uns der Kalender eine besondere Gelegenheit, das Thema Arbeit mit dem Himmel zu verknüpfen.

Die Agenda für menschenwürdige Arbeit kann durch biblische Texte inspiriert werden. Die Kirchen können bei der Verwirklichung der grundlegenden Prinzipien von menschenwürdiger Arbeit als Partner der Gewerkschaften und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine wichtige Rolle spielen.

Wir laden Sie herzlich zu den ökumenischen Gottesdiensten ein. Nehmen Sie teil an den Maikundgebungen des DGB.

gez. Andreas Schächtele, erster Vorsitzender

gez. Wilhelm Rojek und Gabriele Vetter , stellvertr. Vorsitzende