Die 'Thomaskapelle' in Holzhausen
Das Hinweisschild „Thomaskapelle“ ist zu Beginn der Straße angebracht! Wir danken sehr dem Ortsvorsteher Siegfried Koch! |
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Die Thomaskapelle bei Tageslicht |
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Nachfolgend nun einige Bilder und Eindrücke von der Namensgebungsfeier
am 21. Dezember 2007 (Thomastag).
Festrede zur Namensgebungsfeier der Thomaskapelle in Holzhausen von Hr. Pfr. V. Kubach Begrüßung Herzlich willkommen – zu unserem kleinen Fest der Namensgebung. Heute , am Tag des Apostels Thomas im Jahr 2007, wollen wir unserer Kapelle hier in Holzhausen, ganz offiziell den Namen „Thomaskapelle“ übertragen. Es ist das Recht von Eltern, Ihren Kindern einen Namen zu schenken. Das Bild von der Elternschaft passt zwar jetzt nicht so recht für uns, wenn wir unserer Kapelle hier einen Namen, einen richtigen Namen geben. Aber vergleichbar ist doch die Freude darüber, für „sein Kind“ (in Anführungszeichen!) einen schönen Namen gefunden zu haben, mit dem man dann anschließend zu leben hat. Nun mag man uns daran erinnern, daß die Holzhausener Kapelle ja nicht mehr ganz so jung ist. Sie ist mittlerweile, als 36 jährige Dame, von einem Menschenleben her betrachtet, in die Lebensmitte gekommen und wird in 4 Jahren das schwäbische Alter erreicht haben – von da an die Phase der Weisheit erreicht ist! Was aber bewegt uns gerade heute, unserer Kapelle einen Namen zu geben? Warum wir der Kapelle einen Namen geben Ursprünglich kannte man unsere Kapelle immer als d'Friedhofskapelle oder gar als d'Leichehall. Damit war zwar eine ihre Funktionen benannt, nämlich tatsächlich als Ort zu dienen, wo man von Angehörigen in einem feierlichen Rahmen Abschied nehmen kann und Trost zugesprochen bekommt, aber diese Kapelle diente ja von Anfang an auch als sonntäglicher Versammlungsraum für die evangelischen Christen. So schlicht sie gebaut ist, so schön ist sie doch auch – vor allem an jenen Sommersonntagen, an denen in das Frühlicht den Kirchenraum erhellt – schön auch als Ort der Erinnerung z.B. an manche Taufe – schauen Sie doch bitte auf die Taufsteine dort in der Ecke - und nicht zuletzt durch die Kunstgegenstände des renommierten Künstlers Jürgen Goertz, von dem unser hiesiger Altarschmuck, Kanzelpult und Taufstein stammen. Man ist erst wer, wenn man einen Namen hat. Wir alle wollen nicht nur aufgehen in der Funktion und in dem Nutzen, die wir für andere haben. Gerade in der evangelischen Kirche, die ja dadurch entstand, daß man sich von Anfang an dagegen gewehrt hat, nur über die Arbeit definiert zu werden, nur wer zu sein, wenn man was vorzuzeigen hat, wenn man das verdient hat, steht es gut an, wenn man auch eine Kirche nicht nur nach ihrem Nutzen betrachtet, sondern als Ort, der durchsichtig ist auf Gottes Güte hin. Als wir uns im KGR auf die Suche nach einem geeigneten Namen machten, war dieser schneller gefunden als ursprünglich gedacht. Hans Bliss brachte den Vorschlag Thomaskapelle mit, weil es hier ein Gewannstück mit dem Namen Thomaswald gab – ein Gelände, das als Kirchengelände zu St. Thomas in Straßburg gehörte. Damit war ein lokaler Bezug vorhanden – und in der Gestalt des Jüngers Thomas ein Name gefunden, der sehr gut in unsere Zeit des Glaubenszweifels und der Sehnsucht nach eigenen Erfahrungen passt. Zu Thomas und: Ideen zur Kirchenverschönerung Thomas war jener Jünger, der den anderen nicht glauben wollte, daß sie dem auferstandenen Jesus begegnet waren. Wie aus dem Mund eines Menschen unserer Zeit hören wir ihn sagen: „Ich glaub's erst, wenn ich's mit eigenen Augen seh – und wenn ich Jesu Wunden mit meinen Händen berührt habe!“ Thomas macht sich selbst und sein Wahrnehmungsvermögen zum Kriterium für die Wahrheit – und Jesus nimmt ihn ganz ernst darin. Jesus akzeptiert seinen Zweifel, seine Sehnsucht nach wirklichem Spüren und Begreifen – und geht bei der nächsten Begegnung als erstes auf ihn zu. Es berührt mich sehr, wie im Freiburger Münster die Jünger Jesu – mit ihrem Meister Jesu – auf den Säulen des Kirchenschiffes angebracht sind und sich jeweils gegenüber stehen – und kurz vor dem Chorraum Jesus ausgerechnet dem Thomas gegenüber steht. Jesus wird sich gerade dem zeigen, der seine Zweifel und seine Vorbehalte hat. Ein Name verpflichtet auch. So will uns Thomas, wenn er denn ab jetzt so deutlich in unserer Gemeinde verankert ist, auch auf eine gewisse Spur lenken. Das könnte heissen: mehr denn je die Zweifel und Fragen heutiger Menschen aufgreifen und ernst nehmen. Thomas als der Urvater der christlichen Kirche Indiens könnte unseren Blick verstärkt nach Indien richten. Es gibt ein Evangelium, das nach Thomas benannt ist, und andere gnostische Schriften der christlichen Antike – schauen wie sie uns doch mal an! Vielleicht fällt uns auch noch etwas zu Thomas ein, wenn wir an die leeren Wände hinter dem Altar unserer Thomaskapelle denken. Ob wir eines Tages eine Figur dort anbringen können? Was ließe sich als Plastik finden für das, wofür Thomas steht? Einfälle und Ideen sind herzlich willkommen! Ich will mich schließlich selbst an dem orientieren, wofür Thomas steht. Sein Tag, der 21. Dezember, steht für den kürzesten Tag des Jahres. „Mach's kurz!“, ruft mir der Apostel eben zu, während ich noch redend hier stehe. „Gut Ding braucht seine Zeit!“, antworte ich ihm, um mich zu rechtfertigen – aber wo er recht hat, hat er recht; darum beende ich meine Rede jetzt - und darf, bevor wir noch auf unseren Ortsvorsteher Siegfried Koch hören und dann auf ein Wort unseres Dekans Günter Ihle aus Kehl, Sie herzlich einladen, Ihre Ohren den Klängen der Tasten-Kids unter Leitung von Helmut Lind zu schenken. Dankeschön! |